Bei der Pflege nichts Neues

Die NRW-Landesregierung hat das Ergebnis des Reports „Landesberichterstattung Gesundheitsberufe“ vorgestellt. In der Gesundheits- und Krankenpflege fehlen rund 13.500 Kräfte, in der Kinderkrankenpflege etwa 1450 und in der Altenpflege rund 8800. Und jetzt?

Wir fangen hier jetzt nicht davon an, dass Applaus nicht reicht. Einen Menschen zu pflegen ist eine höchst professionelle Tätigkeit, die neben der fachlichen Voraussetzung jede Menge Empathie, Geduld, Liebe zum Beruf und ebenso Liebe zum Menschen erfordert. „Respekt, dass du dich für diesen Beruf entschieden hast – ich könnte das nicht.“ Genau das ist der Punkt. Weil es eben nicht jeder kann und nicht jeder dafür gemacht ist, ist es ein besonderer Beruf. 

Jetzt könnte man sagen: Na klar, auch nicht jeder sitzt gerne täglich am Schreibtisch. Das ist aber sowohl zu einfach als auch zu kurz gedacht. Pflegekräfte vollbringen einen Dienst am Menschen. Und es werden jedes Jahr mehr Menschen, die diesen Dienst benötigen. Die Wahrscheinlichkeit, dass wir alle einmal Pflegekräfte brauchen, ist entsprechend groß. 

Brauchte es einen weiteren Report, der verdeutlicht, dass die Lage noch prekärer geworden ist? War es nicht bereits schlimm genug? Was denkt wohl eine Pflegekraft, wenn sie sich den Report anschaut? 

Die in den vorgestellten Report investierte Zeit und Kosten wären besser angelegt gewesen in einer Lösung für das Problem. Und die muss mit einer größeren Wertschätzung beginnen, und zwar jetzt und angemessen. Wir als i Care bieten diese Wertschätzung nicht nur in Form eines übertariflichen Gehaltspakets. Pflegekräfte erhalten einen Kinderbetreuungszuschuss, einen unbefristeten Vertrag, können ihre Arbeitszeiten selbst gestalten, werden regional eingesetzt, erhalten einen Dienstwagen und vieles mehr.

Von dem Gewinn ausländischer Fachkräfte profitiert hier und jetzt kaum jemand – die Rahmenbedingungen schaffen im Zweifel eher weitere Probleme in Sachen Bürokratieaufwand für die Einrichtungen einerseits und Erwerb der Sprachkenntnisse für die Bewerber andererseits. 

Denn: Eine Pflegefachkraft macht auch das – sie sitzt mit der Pflegedokumentation am Schreibtisch. Oft auch täglich.