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Smarte Technologien in der Pflegeausbildung

Digitale Lernplattformen, Simulationen und Virtual Reality halten zunehmend Einzug in die Pflegeausbildung. Doch welche Möglichkeiten bieten diese Technologien wirklich und was sagt die aktuelle Forschung dazu? Erfahren Sie, wie smarte Technologien die Pflegebildung sinnvoll ergänzen, welche Chancen sie bieten und warum der Mensch auch im digitalen Zeitalter im Mittelpunkt bleibt.

Wie digitales Lernen die Ausbildung sinnvoll ergänzt

Die Digitalisierung verändert auch die Pflegeausbildung. Digitale Lernplattformen, Simulationen und andere Technologien werden zunehmend eingesetzt, um Lernprozesse zu unterstützen. Dabei steht nicht die Technik im Mittelpunkt, sondern die Frage: Wie können angehende Pflegefachpersonen bestmöglich lernen?

Warum digitale Kompetenzen heute dazugehören

Pflege findet heute in einer zunehmend digitalisierten Arbeitswelt statt. Elektronische Dokumentation, digitale Kommunikationssysteme und technische Assistenzsysteme gehören in vielen Einrichtungen bereits zum Berufsalltag. Deshalb gewinnen digitale Kompetenzen auch in der Ausbildung an Bedeutung. Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) betont, dass Lehrende und Auszubildende auf diese Veränderungen vorbereitet werden müssen und digitale Kompetenzen systematisch in die Pflegebildung integriert werden sollten.

Was sind smarte Technologien?

Smarte Technologien sind digitale Werkzeuge, die den Unterricht und das Lernen unterstützen. Dazu zählen beispielsweise:

  • digitale Lernplattformen (E-Learning),

  • Lern-Apps,

  • digitale Simulationen,

  • Virtual-Reality-Anwendungen (VR),

  • digitale Prüfungs- und Feedbacksysteme.

Diese Technologien ersetzen weder den Präsenzunterricht noch die praktische Ausbildung. Sie können den Lernprozess jedoch sinnvoll ergänzen und unterschiedliche Lernformen miteinander verbinden. Das BIBB beschreibt diesen Ansatz unter anderem im Rahmen von Blended-Learning-Konzepten, bei denen digitale und klassische Lehrmethoden kombiniert werden.

Digitale Lernangebote schaffen mehr Flexibilität

Ein Vorteil digitaler Lernangebote besteht darin, dass Lernmaterialien zeit- und ortsunabhängig verfügbar sind. Auszubildende können Inhalte wiederholen, Videos ansehen oder ihr Wissen mit digitalen Übungen überprüfen.

Gerade in einer anspruchsvollen Ausbildung kann das helfen,

  • Lerninhalte individuell zu vertiefen,

  • unterschiedliche Lerngeschwindigkeiten zu berücksichtigen,

  • Theorie und Praxis besser miteinander zu verbinden.

Das BIBB sieht digitale Lernangebote deshalb als wichtigen Baustein einer modernen Pflegebildung – vorausgesetzt, sie werden didaktisch sinnvoll eingesetzt.

Virtual Reality: realitätsnahe Lernsituationen

Ein häufig diskutiertes Werkzeug ist Virtual Reality (VR). Dabei bewegen sich Lernende mithilfe einer VR-Brille in einer computergenerierten Umgebung.

Ein aktuelles Scoping Review zur Pflegeausbildung zeigt, dass internationale Studien unter anderem den Einsatz von VR, Simulationen und weiteren digitalen Technologien untersuchen. Ziel dieser Anwendungen ist es, praxisnahe Lernsituationen bereitzustellen und Lernprozesse zu unterstützen. Gleichzeitig macht die Übersichtsarbeit deutlich, dass die Studienlage noch begrenzt ist und weiterer Forschungsbedarf besteht.

Deshalb lässt sich aus heutiger Sicht wissenschaftlich belegt sagen:

  • VR wird in der Pflegeausbildung eingesetzt und erforscht.

  • VR kann realitätsnahe Übungsszenarien ermöglichen.

  • Ob und in welchem Umfang VR den Lernerfolg verbessert, hängt vom jeweiligen Einsatzkonzept ab und wird weiterhin wissenschaftlich untersucht.

Lehrkräfte bleiben unverzichtbar

Digitale Technologien können gute Lehre unterstützen, sie ersetzen jedoch keine pädagogische Begleitung. Das BIBB hebt hervor, dass insbesondere die didaktische Kompetenz der Lehrenden entscheidend ist. Deshalb wurden im Forschungsprojekt DigiK-Part spezielle Fortbildungsmodule entwickelt, die Lehrkräfte und Praxisanleitende beim Einsatz digitaler Technologien unterstützen. Grundlage bilden unter anderem die europäischen Kompetenzrahmen DigCompEdu und DigComp 2.2.

Herausforderungen der Digitalisierung

Die Digitalisierung eröffnet neue Möglichkeiten, bringt aber auch Herausforderungen mit sich. Dazu gehören:

  • eine ausreichende technische Ausstattung der Schulen,

  • Qualifizierungsangebote für Lehrende,

  • Datenschutz und Datensicherheit,

  • die sinnvolle Einbindung digitaler Werkzeuge in den Unterricht.

Nach Einschätzung des BIBB existieren bereits viele digitale Ansätze. Gleichzeitig fehlen in einigen Bereichen noch etablierte Praxisbeispiele und eine flächendeckende Verankerung digitaler Kompetenzen in der Pflegebildung.

Fazit

Smarte Technologien entwickeln sich zu einem wichtigen Bestandteil der Pflegeausbildung. Digitale Lernplattformen, Simulationen und Virtual-Reality-Anwendungen können den Unterricht sinnvoll ergänzen und neue Lernmöglichkeiten schaffen. Gleichzeitig zeigt die aktuelle Forschung, dass der Erfolg vor allem davon abhängt, wie gut diese Technologien didaktisch eingesetzt werden. Die praktische Ausbildung, die Begleitung durch Lehrkräfte und der direkte Kontakt mit Patient*innen bleiben auch in Zukunft die Grundlage einer qualitativ hochwertigen Pflegebildung.

Quellen

  1. Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB): DigiK-Part – Digitalisierung: Fortbildungsinhalte und partizipative Organisationsentwicklung für schulisches und betriebliches Bildungspersonal in der Pflege
    https://www.bibb.de/de/216052.php

  2. Hinsche, L. et al. (2025): Modulhandbuch Digitalisierung in der Pflegebildung. Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB).
    https://www.bibb.de/dienst/publikationen/de/20684

  3. Hasseler, M. et al. (2025): Modulentwicklung Pflegebildung im digitalen Wandel. Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB).
    https://www.bibb.de/dienst/publikationen/de/20765

  4. Hinsche, L., Tischendorf, T., Hasseler, M. & Schaal, T. (2025): Einsatz digitaler Tools in der Pflegeausbildung in Deutschland: Ein Scoping Review zu technologischen Anwendungen zur Unterstützung und Optimierung des Lernprozesses von Auszubildenden und Studierenden in der PflegePflege & Gesellschaft, 30(3).


Laura

Heilerziehungspflegerin

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